MARTIN FORTER - GEOGRAF UND ALTLASTENEXPERTE

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+++ 16. September 2013 +++

Medienmitteilung vom 16. September 2013

Lindan-Abfallstaub in der Basler Luft nachgewiesen

Die Gefahr liegt beim Einatmen

Situations-FotoQuelle des Giftstaubs in der Basler Luft: Die Zelte von Novartis in Huningue (F). Foto: Dave Joss

In der Basler Luft liegt hochgiftiger Lindan-Abfall-Staub (chemisch: HCH). Dies gab heute das Amt für Umweltschutz des Kantons Basel-Stadt (AUE) bekannt. Damit bestätigt das AUE, was der Basler Altlastenexperte Martin Forter vor zehn Tagen publik gemacht hat: Flattern die günstigen Sanierungs-Zelte von Novartis in Huningue (F) im Wind, so stinkt es nicht nur im Kleinbasel, sondern es besteht auch das Risiko, dass der Wind Lindan-Abfall-Staub verfrachtet. Erst nach diesem Warnhinweis begann Basel-Stadt zu messen und hat jetzt Niederschläge von Lindan-Abfall nachgewiesen. Am gefährlichsten ist aber, wovon das AUE nichts schreibt: Das Risiko liegt in der Luft, wenn die Menschen den Lindan-Abfall-Staub einatmen.

Es stinkt im Kleinbasel nach Lindan-Abfall. Und es besteht die Gefahr, dass der Wind Lindan-Abfall-Staub verfrachtet, wenn er durch die günstigen Novartis-Zelte über den Gift-Gruben in Huningue zieht. Dies liess der Basler Altlastenexperte Martin Forter vor zehn Tagen verlauten. Jürg Hofer, Chef des Amts für Umweltschutz des Kantons Basel-Stadt sagte damals gegenüber Onlinereports dazu: «Wenn wir einen Staub-Niederschlag haben, wird es heiklel.» Danach begann die Behörde zu messen. Jetzt ist es «heikel». Denn heute gab sein Amt bekannt, dass es solche hochgiftigen Staubniederschläge auf Basler Boden gemessen hat.

Und das Einatmen?

Den heikelsten Punkt aber erwähnt die Basler Umweltbehörde nicht einmal: Da es nachweislich Staubniederschläge aus Lindan-Abfall gibt, muss dieser Staub auch in der Luft liegen. Somit atmen ihn die Menschen ein. Welche Konsequenzen hat es, wenn die Menschen in den Basler Quartieren St. Johann, Kleinhüningen und Klybeck sowie in der französischen Grenzgemeinde Huningue Spuren von hochgiftigem Lindan-Abfall-Staub einatmen? Dazu schreibt das AUE nichts.

Günstige Novartis-Flatterzelte nicht auch Gift-Staub-Quelle?

Anstatt den gefährlichen Staub in der Basler Luft zu erwähnen, nehmen die Basler Behörden in ihrer Medienmitteilung Novartis in Schutz: Die Basler Ämter und die zuständige französische Behörde DREAL seien sich einig, dass die Stäube «kaum aus den Novartis-Zelten entweichen» würden, in denen die Aushubarbeiten stattfinden. Die Quelle liege eher beim Verlad von relativ schwach kontaminiertem Material auf Schiffe, deren Laderaum während des Verladevorgangs offen ist, wie der Autor ebenfalls vor 10 Tagen publik machte. Diese Einschätzung der beiden Behörden ist angesichts der flatternden und sich bei Wind aufblähenden Novartis-Zelte, wie sie Videos zeigen, eine gewagte Behauptung. Denn klar ist: Würde Novartis den Lindan-Abfall in Huningue unter teure Hallen anstatt günstigen Zelten ausgraben, würde in Basel kein hochgiftiger Lindan-Abfall-Staub eingeatmet bzw. niedergehen und es würde im Kleinbasel nicht nach Lindan-Abfall stinken. Müffeln tut es im Kleinbasel übrigens auch nachts, wenn kein Schiff beladen wird, aber in Huningue die Novartis-Zelte im Winde flattern.

Dritte Lindan-Abfall-Verseuchung der Region durch Novartis sofort stoppen

Es ist nun also das dritte Mal, das der Lindan-Abfall in Huningue Teile der Region Basel kontaminiert. Dass es Novartis bei diesen an und für sich positiven Arbeiten soweit kommen liess, zeugt von einer riskanten Fehleinschätzung. Vom Pharmakonzern darf erwartet werden, dass er den Austritt von hochgiftigem Lindan-Abfall-Staub in Huningue zum Schutze der Basler und Elsässer Bevölkerung sofort stoppt.

Martin Forter

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