MARTIN FORTER - GEOGRAF UND ALTLASTENEXPERTE

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Medienmitteilung von Pingwin Planet und Dr. Martin Forter vom 15. Mai 2013

Spazieren auf Chemiemüll – in Hagenthal wieder möglich

Situations-FotoReiten auf Gift: Szene auf dem HCH-Feldweg in Hagenthal-le-Bas (F) am 8.6.2013. Foto: Martin Forter

Der hochgiftige Chemiemüll auf einem Feldweg in Hagenthal-le-Bas (F) ist wieder frei zugänglich: Jemand hat die Absperrungen, die die französischen Behörden anbringen liessen, wieder geöffnet. Die Folge: Ohne es zu bemerken, spazieren Menschen, Hunde und Pferde direkt über das Gift. Sie verschleppen es mit Schuhen, Pfoten und Hufen in die Häuser sowie Ställe. Das macht es für Pingwin Planet und Dr. Martin Forter nur noch klarer: Der Chemiemüll muss endlich weg.

Bis zu 750 Gramm hochgiftiges Hexachlorcyclohexan (HCH) aus der Produktion des verbotenen Insektizids Lindan bei Ugine-Kuhlmann in Huningue (F) pro Kilo haben Pingwin Planet und Dr. Martin Forter auf einem Feldweg in Hagenthal-le-Bas (F) nachgewiesen. Dies haben sie im November 2011 publik gemacht und verlangt, dass der Chemiemüll unter freiem Himmel schnellstens fachgerecht beseitigt wird. Doch anstatt das auch für Kinder aus den Nachbarhäusern frei zugängliche Gift zu entfernen, sperrten die französischen Behörden den Feldweg nur mit Bauabschrankungen ab.

Im Gänsemarsch über den Sondermüll

Nun, ein weites halbes Jahr später aber zeigt ein Kontrollgang: Jemand hat – von den Behörden unbemerkt – die Absperrungen wieder geöffnet. Die seitlichen Bauabschrankungen führen nun Spaziergänger, Hunde und Pferde auf dem Feldweg im Gänsemarsch präzise über den Chemiemüll. Ohne es zu wissen verschleppen sie so mit Schuhen, Pfoten und Hufen das hochgefährliche Gift in ihre Wohnungen und in die Ställe. Dies zeigt: Chemiemüll auf Feldwegen lässt sich nicht absperren. Es gibt nur eine Möglichkeit, die Menschen und die Umwelt zu schützen: Der Dreck muss weg – und zwar sofort.

Pingwin Planet und Dr. Martin Forter fordern die französischen Behörden sowie den moralisch für den Sondermüll verantwortlichen Rohstoffkonzern Rio Tinto auf, zu handeln und endlich die Bevölkerung von Hagenthal zu schützen.

Pingwin und Forter verlangen:

  • Eine erneute, sofortige und verstärkte Sperrung des Feldwegs.
  • Anbringen von Schildern, die vor dem Gift warnen.
  • Die sofortige, direkte Information der Bevölkerung über das Gift in ihrer Nachbarschaft
  • Ultimativ die Entfernung des Chemiemülls innerhalb von zwei Monaten

Kontakt:

Maja Widler, Pingwin Planet, Zürich
Dr. Martin Forter, Geograf und Altlastenexperte, Basel
0041 (0) 55 511 22 55
0041 (0) 61 691 55 83

 

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